Wie äußert sich der Morbus Alzheimer?
Der Morbus Alzheimer verläuft bei jedem Patienten ein wenig anders. Allen Verläufen gemein ist aber der voranschreitende Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit. Wie schnell sich dieser Prozess abspielt, hängt auch von Faktoren wie der Bildung, der generellen körperlichen Konstitution und den Lebensumständen ab.
Wenn sich die ersten Beeinträchtigungen bemerkbar machen, liegt der Beginn der degenerativen Veränderungen im Gehirn bereits Jahre zurück. Weil ein frühzeitiger Therapiebeginn den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst, sollte man über mögliche Frühsymptome einer Demenz, wie etwa zunehmende Vergesslichkeit, Bescheid wissen und diese im gegebenen Fall auch entsprechend ernst nehmen. Leider interpretieren Alzheimer-Patienten und ihre Angehörigen erste Hinweise auf die Erkrankung oft als "normale" altersbedingte Zerstreutheit.
Zu den typischen Warnzeichen einer beginnenden Demenz gehören:
- Sprachschwierigkeiten
Weil Menschen mit Demenzen die richtigen Worte nicht einfallen wollen, verwenden sie unpassende Füllworte. Dadurch wird das Gesagte schwer verständlich. Oftmals verlieren sie beim Reden den sprichwörtlichen Faden und vergessen, was sie soeben sagen wollten.
- Schwierigkeiten im Beruf aufgrund von Vergesslichkeit
Ab und an vergisst jeder einen Namen oder einen Termin. Kommt es allerdings häufig zu solchen Problemen, kann dies ein Frühzeichen für Alzheimer sein. Das gilt vor allem, wenn noch unerklärliche Verwirrungszustände hinzukommen.
- Probleme mit der räumlichen und zeitlichen Orientierung
Alzheimer-Patienten vergessen oft den Wochentag oder verlaufen sich in einer Umgebung, die ihnen eigentlich bestens vertraut ist. Es kann passieren, dass sie in ihrer eigenen Straße stehen und nicht mehr wissen, wo sie sich befinden, wie sie dort hingekommen sind und wie sie nach Hause kommen.
- Verlegen von Gegenständen
Das Verlegen von Geldtasche oder Schlüssel kommt bei Gesunden ebenso vor. Personen mit Demenz legen Dinge aber vielfach an vollkommen unangebrachte Plätze und vergessen sie dort. So findet sich etwa die Uhr in der Kaffeedose oder die Zahnbürste im Kühlschrank.
- Probleme mit der Durchführung gewohnter Handlungen
Den Betroffenen fällt beispielsweise das Rezept für ein Gericht nicht mehr ein, das sie schon Dutzende Male zubereitet haben. Manchmal vergessen sie auch, dass sie gerade beim Kochen sind und ein Topf auf dem Herd steht.
- Veränderung der Persönlichkeit
Dass sich die Persönlichkeit im Alter ein wenig wandelt, ist recht häufig. Bei Alzheimer kommen diese Veränderungen oft sehr plötzlich und in extremer Form, so dass ein eigentlich sehr umgänglicher Mensch unerwartet ärgerlich, streitsüchtig oder ängstlich wird.
- Stimmungsschwankungen
Das abrupte Umschlagen der Stimmung - meist ohne erkennbaren Grund - gehört ebenfalls zu den möglichen Warnzeichen einer Demenz.
- Nachlassende Eigeninitiative
Auch wenn jemand ein Hobby plötzlich aufgibt, ohne sich neue Aufgaben zu suchen, kann das auf Alzheimer hindeuten. Typisch ist weiters, dass Schwung und Motivation in verschiedenen Bereichen des Lebens nachlassen, wie etwa am Arbeitsplatz.
Alle genannten Symptome können für sich genommen auch ganz andere Ursachen haben. Wenn jedoch mehrere dieser Warnzeichen gemeinsam auftreten, spricht einiges für eine beginnende Alzheimer-Demenz. In diesem Fall sollte man zur Abklärung unbedingt den Arzt aufsuchen.
Obwohl das Erscheinungsbild des Morbus Alzheimer von Patient zu Patient variiert, lassen sich anhand der charakteristischen Beschwerden bei fast allen Betroffenen drei Krankheitsstadien unterscheiden. Statistisch gesehen, dauert jedes der Stadien etwa drei Jahre, die Alzheimer-Demenz kann allerdings auch wesentlich schneller oder deutlich langsamer fortschreiten.