Waren Epilepsien lange Zeit ein mehr oder weniger unabwendbarer Schicksalsschlag, so liegen die Dinge heute glücklicherweise anders. In den letzten beiden Jahrzehnten wurden vor allem beim wichtigsten Standbein, der medikamentösen Therapie, enorme Fortschritte erzielt. Antiepileptika sind nicht nur effektiver geworden, sondern verursachen heute auch deutlich weniger Nebenwirkungen als viele der klassischen Präparate. Darüber hinaus gibt es mittlerweile auch noch Behandlungsoptionen, wenn die medikamentöse Therapie ohne die gewünschten Erfolge bleibt.
Ziel der Therapie ist es, das Auftreten von Anfällen zu verhindern bzw. weitestgehend zu reduzieren. Wie gut die Chancen sind, dies zu bewerkstelligen, hängt vor allem von der Erkrankungsform ab. So werden bei optimaler Behandlung über 60 Prozent der Menschen mit fokaler Epilepsie und mehr als 80 Prozent der Patienten mit genetisch bedingter generalisierter Epilepsie anfallsfrei. Bei den sogenannten Blitz-Nick-Salaam-Anfällen gilt dies hingegen nur für 20 Prozent der Fälle.