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Wie werden Demenzen behandelt?

Aus welchem Grund auch immer, bei allen Demenzformen sterben im Gehirn Nervenzellen ab, was in weiterer Folge die Symptome der Erkrankung hervorruft. Bereits entstandene Schäden kann die Medizin auch im 21. Jahrhundert noch nicht wieder rückgängig machen. Das heißt, eine wirkliche Heilung ist bei Demenzen nach wie vor unmöglich. Trotzdem hat die Forschung in den letzten Jahren wichtige Fortschritte gemacht.


Musste man früher mehr oder weniger tatenlos mit ansehen, wie Betroffene geistig immer weiter abbauten, gibt es heute Medikamente, die das Fortschreiten der Erkrankung verzögern oder bei manchen Demenzformen sogar gänzlich verhindern können. Durch begleitende Maßnahmen wie Physiotherapie oder Gedächtnistraining lässt sich der Krankheitsverlauf ebenfalls positiv beeinflussen.


Das Ziel jeder Demenzbehandlung besteht darin, Lebensqualität und Selbstständigkeit möglichst lange auf möglichst hohem Niveau zu erhalten. Und die Chancen, dies zu erreichen, stehen umso besser, je früher man mit der Therapie beginnt.


Die Risikofaktoren ausschalten

Bei den sekundären Demenzformen steht die Behandlung der jeweiligen Grunderkrankung, die zur Demenz führt, im Mittelpunkt: Im Fall der vaskulären Demenz liegt der Fokus also auf der Therapie der atherosklerotischen Gefäßveränderungen, die letztlich Ursache der Schäden im Gehirn sind. Gemeinsam mit dem Patienten versucht der Arzt, sämtliche Faktoren, die eine Atherosklerose begünstigen, bestmöglich zu minimieren. Gemeinsam vor allem deshalb, weil einige dieser Risikofaktoren eine Frage des Lebensstils sind, wie etwa Rauchen und Bewegungsmangel. Hier kann der Arzt zwar Unterstützung bieten, doch letztlich liegt es an den Betroffenen, sich mehr zu bewegen, gesünder zu ernähren und mit dem Rauchen aufzuhören.


Andere gefäßschädigende Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Diabetes lassen sich medikamentös behandeln. Die meisten Patienten mit vaskulärer Demenz erhalten darüber hinaus Präparate, die die Blutgerinnung hemmen. Diese verbessern die Fließfähigkeit des Blutes und verhindern die Bildung von Blutgerinnseln, die weitere kleine Hirngefäße verstopfen könnten. Das bekannteste und auch am häufigsten eingesetzte dieser Präparate ist die Acetylsalicylsäure (ASS).


Wegen der Möglichkeit einer ursächlichen Behandlung nahmen sekundäre Formen wie die vaskuläre Demenz unter den Demenzerkrankungen lange Zeit eine Art Sonderstellung ein. Doch mittlerweile gibt es auch Medikamente, die den dementiellen Prozess selbst bremsen oder sogar aufhalten können. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Patienten mit verschiedenen Demenzformen von diesen Präparaten profitieren.