Zu erfahren, dass man unter einer Demenz leidet, ist immer ein Schock - für die Betroffenen, die Familie, Freunde und Bekannte. Doch wenn der Verdacht besteht, sollte man sich schnellstmöglich Klarheit verschaffen und Arzt oder Ärztin einen Besuch abstatten. Denn ein früher Therapiebeginn kann das Fortschreiten der Erkrankung verzögern oder - zum Beispiel bei der vaskulären Demenz - sogar aufhalten. Zum anderen ist Klarheit über den eigenen gesundheitlichen Zustand aber auch deshalb von Bedeutung, weil die Patienten in diesen Fällen geistig fit genug sind, um mit den sie umgebenden Menschen zu besprechen, wie man die Zukunft am besten gestaltet.
Verständnis für die Situation
Die Diagnose Demenz wirft viele Patienten aus der Bahn: Oft verleugnen sie das Problem und reagieren unwirsch bis wütend, wenn sie damit konfrontiert werden. Generell müssen Betroffene erst einmal lernen, mit der Erkrankung umzugehen - und das gilt auch für Angehörige und Bekannte.
Es wird immer wieder einmal vorkommen, dass man sich ärgert oder gekränkt ist, weil die Kranken trotzig, gleichgültig oder unwillig sind. Vielleicht hilft es dann, sich klarzumachen, dass es zu den Symptomen einer Demenz gehört, dass die Kontrolle über das Verhalten zumindest zeitweise abhanden kommt. Doch auch das Wissen darum verhindert nicht, dass der Umgang mit Demenzkranken sich gelegentlich sehr anstrengend gestaltet. In diesen Situationen sollte man sich vielleicht folgende Situation ausmalen:
Sie sind ein Marsmensch, mutterseelenallein in einer irdischen Großstadt gelandet. Sie sprechen nicht die Sprache Ihrer Umgebung, können nichts lesen, stoßen überall auf völlig unverständliche Gebräuche, wie etwa das Essen mit Messer und Gabel. Doch es kommt noch schlimmer. Ständig reden irgendwelche Leute auf Sie ein, tun dabei so, als würden sie Sie ewig kennen und erwarten von Ihnen, dass Sie über alles und jedes, was in dieser fremden Welt stattfindet, genau Bescheid wissen.
Man muss sich klar machen, dass die Wirklichkeit eines Demenzpatienten tatsächlich so aussieht.