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Medikamentöse Behandlung

Es gibt bis heute keine Behandlungsmaßnahme, die das Absterben der Nervenzellen im Gehirn verhindert oder auch nur verlangsamt. Das bedeutet: Heilen lässt sich der Morbus Parkinson zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht. Doch mit den modernen Therapie-Methoden kann die Krankheit mittlerweile über einen langen Zeitraum sehr gut behandelt werden. So gut, dass die Betroffenen heute eine annähernd normale Lebenserwartung haben.
Eine optimale Parkinson-Therapie besteht aus einer Kombination von mehreren Maßnahmen, die vom Arzt individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt wird. Wichtigster Baustein sind ohne Zweifel die Medikamente, doch auch Krankengymnastik oder Sprachtherapie spielen dabei eine tragende Rolle.


Parkinson-Therapeutika erhöhen den Dopamin-Spiegel

Weil eine ursächliche Behandlung nicht möglich ist, zielt die medikamentöse Behandlung darauf ab, den Mangel an Dopamin direkt oder indirekt auszugleichen und so den Neurotransmitter-Haushalt im Gehirn wieder ins Lot zu bringen. Dazu gibt es inzwischen diverse wirkungsvolle Medikamente. Die wichtigsten dieser Präparate sind:

 

 

  •   L-Dopa

Levodopa oder kurz L-Dopa ist eine sogenannte Vorläufersubstanz von Dopamin. Im Gegensatz zu Dopamin kann L-Dopa die Blut-Hirn-Schranke überwinden und so an seinen Bestimmungsort im Gehirn gelangen. Dort wird L-Dopa von einem Enzym namens Dopa-Decarboxylase zu Dopamin umgewandelt – es führt also direkt zu einer Erhöhung des Dopamin-Spiegels. Weil dieser Umbau aber auch außerhalb des Gehirns stattfindet, enthalten L-Dopa-Präparate immer einen peripher wirksamen Decarboxylase-Hemmer. Diese Kombination sorgt dafür, dass das Medikament seine Effekte wirklich nur am Zielort in den Basalganglien entfaltet, und reduziert so die Nebenwirkungen. L-Dopa ist das wichtigste und wirksamste Medikament bei der Parkinson-Behandlung – und über kurz oder lang nimmt jeder Patient ein L-Dopa-Präparat ein.

 

 

  •   Dopamin-Agonisten

Der erste Dopamin-Agonist Bromocriptin kam 1974 auf den Markt. Heute stehen mehrere moderne Präparate zur Verfügung. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie die Wirkung von Dopamin an den entsprechenden Rezeptoren in den Basalganglien imitieren und so den Mangel ausgleichen. Dopamin-Agonisten werden sowohl allein, als auch in Kombination mit anderen Parkinson-Medikamenten eingesetzt. Sie haben sich in allen Krankheitsstadien als wirksam erwiesen, können vor allem am Anfang der Behandlung aber Übelkeit und Bauchschmerzen auslösen. Eine wichtige Nebenwirkung, die den Patienten bekannt sein sollte, ist die Tagesmüdigkeit: Diese kann so ausgeprägt sein, dass die Anwender extrem rasch einschlafen, ohne sich dagegen wehren zu können. Vor allem Parkinson-Patienten, die Auto fahren, müssen diesen Umstand unbedingt berücksichtigen.

 

 

  •   COMT-Hemmer

COMT-Hemmer sind die neuesten Anti-Parkinson-Mittel. Sie hemmen ein am Abbau von Dopamin beteiligtes Enzym, die Catechol-O-Methyl-Transferase, und erhöhen so die wirksame Konzentration von Dopamin. Beziehungsweise verlängern sie auf diese Weise die Wirkdauer und erhöhen die Wirksamkeit von L-Dopa-Präparaten, mit denen die COMT-Inhibitoren immer kombiniert werden. Die mittlerweile verfügbaren Kombinationspräparate aus L-Dopa und einem COMT-Inhibitor haben für die Patienten den Vorteil, dass sie nicht so viele verschiedene Tabletten einnehmen müssen. Übelkeit, Durchfall und Kopfschmerzen gehören zu den Nebenwirkungen, meist werden die Medikamente aber gut vertragen.

 

 

  •   MAO-B-Hemmer

Diese Substanzen reduzieren ebenfalls den Dopamin-Abbau, wenn auch auf einem anderen Weg als die COMT-Inhibitoren. Gelegentlich werden MAO-B-Hemmer alleine eingesetzt, in der Regel kombiniert man sie aber mit L-Dopa-Präparaten. Nicht zuletzt, um deren Dosis möglichst niedrig zu halten.

 

 

  •   Anticholinergika

Diese ältesten Parkinson-Medikamente haben die Therapie der Erkrankung überhaupt erst ermöglicht. Bei Patienten mit einem ausgeprägten Ruhetremor stellen sie auch heute noch eine Behandlungsalternative dar. Doch die Nebenwirkungen der Anticholinergika sind recht beträchtlich, und da sich das Zittern auch mit den anderen, besser verträglichen Medikamenten behandeln lässt, kommen sie heute nur noch selten zum Einsatz.